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Dienstag, 29 November 2016 10:03

Eklat im Ortsrat: Drei Bannetzer treten aus Protest zurück

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Mit einem gleich dreifachen Mandatsverzicht erlebte die konstituierende Sitzung des Ortsrates Thören/Bannetze einen einmaligen unrühmlichen Höhepunkt: der bisherige stellvertretende Ortsbürgermeister Rolf von der Horst, und die Ortsratsneulinge Sören Dierking (Wählergmeinschaft Bannetze) und Heinrich Lammers (Grüne) legten bereits während der ersten Sitzung ihre Mandate nieder. Und wie aus gut unterrichteten Kreisen verlautet, werden wohl auch die zwei Bannetzer Nachrücker der Wählergemeinschaft Bannetze ihre Mandate nicht annehmen.

„Das ist ja ‘n Ding“, sagten einige der rund 50 Zuhörer im Schützenhaus Thören, als die gerade verpflichteten Ortsratsmitglieder ihren sofortigen Mandatsverzicht erklärten. Kurz vorher hatten die stimmberechtigten Ortsratsmitglieder Ortsbürgermeister Heinrich Leymers (CDU) aus Thören einstimmig in seine fünfte Amtszeit geschickt und ihm so ihr Vertrauen ausgesprochen. Er selbst enthielt sich der Stimme.

Zur Wahl des stellvertretenden Ortsbürgermeisters wurden der Winser Ratsherr Bernd Harding (FDP) und Rolf von der Horst vorgeschlagen. In geheimer Abstimmung erhielt Harding fünf Stimmen, von der Horst vier. Hardings Kandidatur war völlig überraschend, da er sich bei der Kommunalwahl gar nicht für den Ortsrat beworben hatte. Eigentlich war mit dem Bannetzer Ortsratsmitglied Manfred Töpfer (CDU) als Bewerber für den Posten des Stellvertreters gerechnet worden. Er selbst hatte kurz vorher noch der Celleschen Zeitung gegenüber angekündigt, kandidieren zu wollen.

Auf Nachfrage aus dem Publikum erläuterte Bürgermeister Dirk Oelmann während einer kurzen Sitzungsunterbrechung, dass die Bannetzer Mitglieder im Winser Gemeinderat automatisch auch Mitglieder im Ortsrat und somit wählbar seien. Sie selbst dürften allerdings nicht mit abstimmen, da sie lediglich beratende Stimmen haben.

Der Sitzung vorausgegangen war eine gut 20-minütige lebhafte und engagierte Bürgerfragestunde, in der Bannetzer Bürger an alle Mandatsträger appellierten, das Abstimmungsverhalten mit den entsprechenden Mehrheiten zu berücksichtigen. Danach sei eindeutig von der Horst zum stellvertretenden Ortsbürgermeister gewünscht worden, das sei ein klares Votum. Das sei auch nach der Wahl in Zukunfts- oder Perspektivgesprächen im Ort immer wieder deutlich geworden. In der Bürgerfragestunde wurde auch kritisiert, dass nicht alle gewählten Ortsratsmitglieder an den Gesprächen teilgenommen hätten. „Es ist wichtig, wie wir im Dorf miteinander umgehen“, unterstrich eine Bannetzerin den Stil der politischen Arbeit. Bürgermeister Dirk Oelmann stellte zudem fest, dass in der Vergangenheit die jeweiligen Ortsratsmitglieder aus dem anderen Ort nicht gegen die örtlichen Entscheidungen gestimmt hätten, sondern sich der Stimme enthielten. Das habe zu einem Zusammenwachsen beider Ortsteile geführt. Davon könnten beide Ortsteile auch nach der Wahl profitieren. „Die Parteien sollten auf dieser Ebene keine Rolle spielen“, appellierte Oelmann an sämtliche Ortsratsmitglieder, die Sacharbeit in den Vordergrund zu stellen.

Das Wahlergebnis machte deutlich, dass sich die Thörener Mandatsträger sehr wohl bei der Besetzung des Postens des stellvertretenden Ortsbürgermeisters nicht der Stimme enthalten haben. So war es kein Wunder, dass ein Großteil der Zuhörer nach Bekanntgeben des Wahlergebnisses die Sitzung verließ: viele Bürger hatten sich eine andere Konstellation bei der Postenbesetzung vorgestellt.

Ihren Mandatsverzicht begründeten von der Horst, Dierking und Lammers damit, dass die Wahl des stellvertretenden Ortsbürgermeisters kein Ausdruck von Demokratie sei. So seien Entwicklungs- und Entscheidungsmöglichkeiten für Bannetze nicht mehr vorhanden. Von der Horst ergänzte, dass der Ortsrat in keiner Weise auf die Bürger eingegangen sei. „Das ist keine Interessenvertretung der Bürger.“ Das habe mit Fairplay nichts zu tun, hier sei Vertrauen in ehrliche Politik verloren gegangen, „das ist respektlos.“

Dessen ungeachtet gab Harding als frisch gewählter stellvertretender Ortsbürgermeister ein umfangreiches Statement ab, in dem er auf die 44-jährige Geschichte des gemeinsamen Ortsrates für die Winser Ortsteile Thören und Bannetze einging: „Für Bannetze sage ich, dass die Mitwirkungsrechte, die Durchführung von Veranstaltungen und die Pflege des Ortsbildes künftig ausschließlich unter Mitwirkung der Einwohnerschaft geschehen: Zu diesem Zweck wird mindestens einmal im Vierteljahr eine Dorfversammlung im Gemeinschaftshaus stattfinden.“

Für den Thörener Hans-Jürgen Giesler (Einzelkandidat) war der Eklat im Ortsrat Anlass genug, über die Einrichtung eines eigenen Gremiums in Bannetze nachzudenken: „Bannetze ist reif für einen eigenen Ortsrat.“

Vor diesen Ereignissen scheinen die weiteren Tagesordnungspunkte, in denen es in dem nunmehr geschrumpften Ortsrat auch um Haushaltsfragen ging, eher eine Randnotiz zu sein: Die Haushaltsmittel für Zuschüsse für Vereine, Straßenunterhaltungen, Wegebau, Naturschutz und sonstige Baumaßnahmen wurden empfohlen.

Gelesen 643 mal Letzte Änderung am Dienstag, 29 November 2016 10:06
   

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